Die Anfänge der HISTOREI

Ein Familienunternehmen erzähl aus seinen Quellen

Die Geschichte der HISTOREI ist die Geschichte einer Familie, die mehr als eine Jahundert hinweg Verantwortung übernommen hat. Nicht nur für das Unternehmen, sondern auch gegenüber von Mitarbeitenden und füreinander. Sie ist zugleich eine Geschichte, die sich nur deshalb so detailiert erzählen lässt, weil Dokumente erhalten blieben und diese aufgearbeitet wurde. Diese Quellen sind das Fundament der folgenden Darstellung.

Die HISTOREI wurde im Jahr 1912 von Hans-Mario gegründet. Die erhaltene Gründungsakte dokumentiert nicht nur den formalen Akt, sondern auch die bescheidenen Anfänge des Unternehmens. Hans-Mario war Sprössling einer Handwerkerfamilie, der 1865 in Leipzig geboren wurde. In der Gründungsurkunde [Gründungsakte 1912] sehen wir die Auflistung der ersten zwei Maschinen der ersten gemieteten Werkfläche von knapp 50 Quadratmeter und dem Startkapital von 3.200 Mark.

KI-Generiert. Hans-Mario an der Standbohrmaschine. Max und Patrick im Hintergrund.

Erste Entwicklungen von Max und Patrick

Original Foto aus Familiennachlass 1910.

Hans-Mario verstand den Betrieb von Beginn ans als Familienunternehmen. Seine Frau Anna unterstütze ihn in organisatorischen Angelegenheiten, sie führte Aufzeichnungen und hielt familiäre Ereignisse in einem Familienbuch fest. Glücklicherweise ist uns dieses Familienbuch erhalten geblieben [Familienbuch]. In diesem kleinen Buch verankert sich vor allem die Perspektive der Familie und weniger geschäftliche Unterlagen, es zeigt uns einen tieferen Blick und erklärt Entscheidungen der Anfangszeit.

Die beiden Söhne Max und Patrick sind mit Geburtsdaten, Werdegang und Einbezug in das junge Unternehmen verzeichnet, der einzige Einblick, den wir in deren ersten Lebensjahre erhalten. Sie wuchsen in unmittelbarer Nähe zum Betrieb auf und waren schon früh Teil des Alltags – erst als Beobachter, später als Helfer. Eine überlieferte Fotografie aus den 1910er Jahren zeigen die beiden Jugendlichen in der Werkstatt, in der Nähe des Vaters. [Foto_1912_Söhne mit Vater in Werkstatt].

Ein Unternehmen in der turbulenten Zeit des 1. Weltkrieges

Original Foto aus Familiennachlass 1918.

Früh in der Unternehmensgeschichte kommt es zur ersten Bewährungsprobe. Aus dem Familienbuch geht hervor, dass Patrick zeitweise als Soldat eingezogen wurde, während Max gemeinsam mit Hans-Mario den Betrieb weiterführte. Eine Randnotiz aus dem Jahr 1917 vermerkt: „Patrick schreibt selten, aber regelmäßig.“

Diese Jahre prägten die Rollen der Brüder nachhaltig. Patrick kehrte aus dem Krieg verändert zurück – ruhiger, stärker auf Struktur und technische Abläufe fokussiert. Max hingegen hatte in dieser Zeit immer mehr Verantwortung übernommen, erste Kontakte zu Kunden aufgebaut und gelernt, Entscheidungen zu treffen.

Kassenbücher aus dieser Zeit zeigen eine starke Schwankung in den Einnahmen von 160 und 280 Mark im Monat. Hieraus sehen wir ein großes Durchhaltevermögen der Familie und dem Wunsch, die Selbstständigkeit zu bewahren. [Kassenbuch_1915-1920] Durch persönliche Aufopferung gelang des der Familie den Betrieb auch in diesen Zeiten aufrechtzuhalten.