Anfang der 70er Jahre war die Ölkrise in aller Munde, die im Jahr 1974 ihren Höhepunkt finden soll. Protokolle aus diesem Jahr dokumentieren die unterschiedlichen Einschätzungen der HISTOREI, wie die Auswirkung auf das Geschäft aussehen können.
Direkt betroffen ist die HISTOREI nicht, allerdings sehen wir einen Einbruch im Auftragseingang, da die Wirtschaft am Schwanken ist und sich Auftraggeber auf schwierige Zeiten vorbereiten.
Neben dieser Auswirkung sehen wir anhand von Mitarbeiterversammlungen, dass eben diese durch die gestiegenen Erhaltungskosten schwer zu leiden hatten. Max und Patrick reagieren darauf und wollen hier als Unternehmer Verantwortung übernehmen.
Sie stellen sich selbst die Frage, welche Ziele hat das Unternehmen und welche Aufgaben müssen einerseits von den Angestellten erfüllt werden, andererseits aber auch von der Geschäftsleitung. Darauf basierend stellen sie Leistungen auf, die von nun die HISTOREI ihren Angestellten gegenüber erfüllen wollen.
Es entstand ein Gedanke, der nicht das Unternehmen in den Mittelpunkt rückte, sondern jeden Einzelnen. So entstand ein Katalog für Sozialleistungen. Das 28-seitige Heft mit dem Namen „Ziele Aufgaben Leistungen“ wurde jedem zur Verfügung gestellt. Die HISTOREI war somit transparent und zeigte klar auf, was man erwarten kann und was nicht.
Wichtige Punkte betreffen die Krankenversicherung, Zuschüsse für Mitarbeiter mit Kindern, Angebote für bezahlbaren Wohnraum, bezahlte Weiterbildungsmöglichkeiten und geförderte Aktivitäten im Sportbereich.
Ein ehemaliger Mitarbeiter erinnerte sich noch gut an dieses Maßnahmenpaket und erzählte uns in seinem Interview „Das war für die meisten von uns etwas Neues, sowas kannten wir von anderen Unternehmen nicht.“
Man zeigte sich als eine geschlossene Einheit und legte damit den Grundstein für die heutige Firmenkultur im Unternehmen.
Bereits Ende der 1970er Jahre war klar, dass das Betriebsgelände dem zu erwarteten Wachstum nicht lange standhalten konnte. Man bemühte sich bei der Stadt um ein neues Gelände, auf dem ein Neubau entstehen sollte. Denn man wollte weg von einem Zweckbau hin zu einem Gebäude, das sich auch zukünftigen neuen Entwicklungen anpassen kann.
Doch der Prozess ein geeignetes Gelände zu finden, sollte sich als langwierig herausstellen. Die Stadt sah zwar die Herausforderung, die die HISTOREI aufzeigten, brachten jedoch nur unzufriedenstellende Vorschläge hervor.
Gerade für die Mitarbeitenden sollte die Nähe zur Betriebsstätte erhalten bleiben, womit Standorte am Stadtrand nicht infrage kamen. Andere Vorschläge boten schlicht nicht den Platz, um auch in den nächsten Jahrzehnten neue Gebäude bauen zu können.
Diese Auseinandersetzung ging letztendlich so weit, dass die HISTOREI damit drohte abzuwandern, in eine andere Stadt. Köln sah ein, dass man das Unternehmen nicht abwandern lassen kann, da somit wirtschaftliche Nachteile entstehen würden.
Der HISTOREI wurde, quasi in letzter Minute ein Gelände zum Kauf angeboten. 1981 konnte dann mit dem Bau begonnen werden. Ende 1983 wurde das neue Gebäude eingeweiht und war bezugsfertig, worauf der Umzug stattfand.
Die 1980er Jahren sind aber nicht nur von dem Neubau geprägt. Denn Max und Patrick zogen sich aus dem aktiven Tagesgeschäft zurück und bildeten zusammen mit zwei weiteren langjährigen Mitarbeitern das Direktorium. Aufgabe war die langfristige strategische Ausrichtung und Planung des Unternehmens. Als ihre Nachfolger wurde Dr. Märkens und Herr Schättgen ausgewählt.
Dr. Märkens übernahm die Geschäftsleitung für den Vertrieb, Herr Schättgen übernahm die technische Leitung im Unternehmen.
An diesem Punkt wurde die Frage nach einer Familiennachfolge langsam relevant. Patrick war Kinderlis, daher kam hier nur der Tochter von Max in Frage. Katharina sollte für ihre spätere Rolle vorbereitet werden. Nach dem Studium sollte sie anersteinmal eigene Erfahrung bei anderen Unternehmen sammeln. Später sollte sie in das Familienunternehmen in einer mittleren Management-Position einsteigen und bis zur Geschäftsführung aufsteigen,
