Hyperinflation und 1. Weltkrieg

Inflation und gemeinsames Lernen – Aufbruch und Inflation

Die wirtschaftlichen Herausforderungen der 1920er Jahre sind erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Besonders die Hyperinflation im Jahr 1923 hinterließ deutliche Spuren. Zwei Gewerbeanmeldungen im Vergleich - das Unternehmen wechselte in eine näher gelegene Mietwerkstatt - zeigen den enormen Wertverfall der Mark zu dieser Zeit. Die Anmeldung aus dem Jahr 1923 zeigt den Wert des Betriebskapitals in Höhe von 50.000 Mark, was eine Verzehnfachung der im Jahr 1925 normalisierten Mark von 500 Mark Betriebskapital darstellt. Hans-Mario erklärt in einem Brief, „Wir haben viel von der Substanz des Geschäftes verbraucht, das Jahr 1925 sieht aber schon besser aus.“ [Brief an eine uns unbekannte Person_1925_Seite 1].

In dieser Phase wuchsen Max und Patrick weiter in ihre Rollen hinein. Max kümmerte sich mehr um die Organisation, Lieferanten und Kunden. Patrick übernahm zunehmend technische Verantwortung, Maschinenwartung und Arbeitsabläufe.

Hans-Mario erwähnt in seinem Brief: „Meine Söhne führen derzeit immer mehr Abstimmungen im Geschäft.“ [Brief an eine uns unbekannte Person_1925_Seite 2]. Familie und Unternehmen waren kaum voneinander zu trennen. Entscheidungen wurden häufig am Küchentisch vorbereitet und anschließend im Betrieb umgesetzt.

Originale Anmeldungen 1923 und 1925. Namen wurden geändert.

Generationenwechsel und politische Zwänge

Eine kurze Zeit der Stabilisierung hat die HISTOREI erfahren, der Börsencrash im Jahr 1929 war, wie für viele andere Unternehmen, eine Herausforderung. Wir können für diese Zeit allerdings keine größeren Einbrüche im Geschäft feststellen. Im Gegensatz, die HISTOREI stellte bis 1929 seine ersten Angestellten ein. Den Dreher Schnütgen und den Metallbauer Schmitz.  Angesichts der Weltwirtschaftskrise wurde vorerst auf weitere Vergrößerung verzichtet.

Die Lohnlisten zeigen das trotz der widrigen Umstände, das Gehalt an die beiden Angestellten pünktlich ausgezahlt wurden auch wenn die Eigenentnahmen von Hans-Mario darunter litten. [Personalunterlagen 1929 – 1931 und Kontoausszug_Hans-Mario_1929] Der Grundgedanke eines Familienunternehmens lässt sich hier finden - Stabilität und ein familiäres Miteinander.

Original Zeitungsausschnitt.Aus: Daily News. 24.10.1929.

Politische Zwänge

KI-Generiert. Gewerbeanmeldung. Dient der Anschaulichkeit.

Verwaltungsunterlagen zeigen, dass sich der Betrieb an die politischen Rahmenbedingungen angepasste. Adolf Hitler übernahm im Jahr 1933 die Macht in Deutschland und implementierte das nationalsozialistische System immer tiefer in der Gesellschaft. Wie viele Betriebe duckte man sich weg und ließ das neue System über sich ergehen. So trennte sich die HISTOREI von einer seiner Mitarbeiterin, die jüdischer Abstammung war. Diese Phase wird heute kritisch betrachtet. Die Anpassung sicherte zwar das Überleben des restlichen Unternehmens und der übrigen Mitarbeiter, ließ jedoch wenig Raum für eine erkennbare Distanz zum Sozialsozialismus.

Ein zentraler Schritt erfolgte im Jahr 1937. Ein erhaltener Zeitungsausschnitt weist Max und Patrick als alleinige Mit-Inhaber aus. [Zeitungsausschnitt_1937] Grund für diese neu Meldung in der Zeitung stellt einen ersten Erfolg des Unternehmens dar. Die Familie kaufte sich Bauland und konnte die erste eigene Betriebsstätte bauen.