Die Zeit bis zum 2. Weltkrieg

Die Erfolge nehmen zu

Trotz der politischen Unsicherheiten unter den Nationalsozialisten kann die HISTOREI ihr Geschäft weiter ausbauen. Aus einem Brief erfahren wir, dass man mittlerweile wöchentliche Einnahmen von 3000 RM erreichte. Laut der Bundesbank liegt die Kaufkraft heute bei etwa 15.900 €.

Zum Vergleich, das Durchschnittseinkommen betrug im Jahr 1936, 1350 RM pro Jahr. Anhand dieser Zahl erkennen wir, dass sich das Geschäft hervorragend entwickelte. Ein Zeitzeuge, der 1943 in die HISTOREI eintrat, sagte uns, dass vor und nach dem Krieg 15 Personen angestellt waren. [Zeitzeugeninterview: Mustermann.] 

Original. Ausschnitt aus einem Brief. Familiennachlass. "Das Geschäft ist sehr lebhaft. Ich arbeite in den letzten Wochen viel mit. Wir kommen auf 3000 RM Versand im Monat."

Bau des eigenen Hauses und Werkstätte

Originaler. Ausschnitt aus Brief. Familienbestand 1936. "Eben waren die beiden Architekten hier, wir haben beschlossen erst das Haus zu bauen und dann die Werkshalle."
Rechts:Original. Rheinisches Bildarchiv Köln rba_720076.

Mitte: Original. Familiennachlass. Werkstatt Duisburg 1937.

Rechts: KI-Generiert. Zeitungsanzeige HISTOREI.

Mit dieser positiven Entwicklung kaufte sich die Familie Bauland in Köln. Man kaufte eine Baulücke am Rathenauplatz. An der Straße entstand zuerst das Wohnhaus und im Hinterhof die erste eigene Betriebsstätte. "Eben waren die beiden Architekten hier wir haben beschlossen, erst das Haus zu bauen und dann die Werkstelle. So kommen wir besser mit dem Geld zurecht. Es kann sein daß das Haus zum 1. April fertig ist. Sieh zu, daß du dann hier bist. Sei herzlichst gegrüßt." heißt es aus dem Brief von 1936. 

Die Meldeakten der Familie zeigen uns, dass der Einzug am 03. Juni 1937 stattfand. Wann die Werkstatt fertig wurde, ist nicht ganz klar, wir können aber anhand einer Zeitungsanzeige den 05.02.1938 ausmachen.

Verlust und zwei junge Männer übernehmen Verantwortung

Der 2. Weltkrieg, der im Jahr 1939 begann, brachte erneute Einschnitte. Für die Jahre 1943 bis 1945 weist das Archiv erhebliche Lücken auf – ganze Aktenbestände gingen verloren. Der Grund konnte erst über eine externe Recherche beim Bauamt gefunden werden. Die Betriebsstätte wurde im Jahr 1943 ausgebombt. Die gefundene Bauakte verweist auf einen schnellen Wiederaufbau, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können. [Bauakte_Wiederaufbau_1944]

Nach dem ersten Wiederaufbau lief das Geschäft zwei Jahre lang weiter. Dennoch stand ein weiterer Schicksalsschlag bevor.

Original. Stadtarchiv Duisburg. Kommunikation mit Behörden 1944.
KI-Generiert. Sterbemitteilung Hans-Mario 1945.

Der 2. Weltkrieg endete für Köln am 4. April 1945. Im Zuge der Eroberung und Bombardierungen wurde die Betriebsstätte ein zweites Mal zerstört. Leider befand sich Hans-Mario zu dieser Zeit im Gebäude. Warum er sich dort aufhielt ist uns nicht klar, die restliche Familie befand in einem Luftschutzbunker. Zwar wurde Hans-Mario noch in ein Krankenhaus eingeliefert, erlag dort aber seinen Verletzungen. Ein Leid, dass viele Familien in Europa erleidet haben. Seine Frau Anna schildert ihr Leid im Familienbich mit den Worten "Hans-Mario kommt nicht zurück." 

Die 2. Generation

Das Unternehmen sollte ab diesem Zeitpunkt von Max und Patrick, die jeweils 50 % der Anteile hielten, geführt werden. [Eigentumsnachtrag_1945] Die Verantwortung lag nun bei ihnen. Max konzentrierte sich in den Nachkriegsjahren auf die Organisation, der Beschaffung und der Stabilisierung der Beziehungen, Patrick auf den Wieder- und Erweiterungsbau und die technische Basis.

Im Zuge des Wiederaufbaus wird die Betriebsstätte vergrößert, um ein zukunftsgerichtetes Wachstum erzeugen zu können. Diese Baumaßnahme wird eine von vielen am Standort werden.

Original. Bauamt Duisburg. Erweiterung Werkshalle 1950.